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 2%3E%26%23x1f4a2%3BDie%20Geburtsstunde%20von%20Mahlsdorf%3Cbr%20%2F%3E%0A
 %3Cbr%20%2F%3E%0AVon%20Dr.%20Christa%20H%C3%BCbner%3Cbr%20%2F%3E%0A%3Cbr%
 20%2F%3E%0ADer%2025.%20Januar%202020%20ist%20f%C3%BCr%20die%20Geschichte%
 20Mahlsdorfs%20ein%20bedeutendes%20Datum.%20An%20diesem%20Tag%20j%C3%A4hr
 t%20sich%20zum%20675.%20Male%20der%20Tag%2C%20an%20dem%20der%20Ort%20das%
 20erste%20Mal%20urkundlich%20erw%C3%A4hnt%20wurde.%20Mit%20dieser%20Urkun
 de%2C%20die%20sich%20heute%20im%20Geheimen%20Staatsarchiv%20Preussischer%
 20Kulturbesitz%20in%20Dahlem%20befindet%2C%20best%C3%A4tigte%20der%20dama
 lige%20brandenburgische%20Markgraf%20Ludwig%2C%20genannt%20der%20%C3%84lt
 ere%2C%20den%20Verkauf%20von%20%E2%80%9EMalterstorp%E2%80%9C%20durch%20de
 n%20Ritter%20Tyle%20R%C3%BCtheling%20an%20Otto%20von%20Kethelitz.%20Die%2
 0Ortsbezeichnung%20leitet%20sich%20wahrscheinlich%20von%20dem%20mittelnie
 derdeutschen%20Personennamen%20%E2%80%9EMalter%E2%80%9C%20her%2C%20auch%2
 0wurde%20ein%20Getreidema%C3%9F%20als%20%E2%80%9Emalter%E2%80%9C%20bezeic
 hnet.%20Schon%20allein%20aus%20der%20Tatsache%2C%20dass%20in%20dem%20Doku
 ment%20der%20Verkauf%20von%20Mahlsdorf%20von%20einem%20an%20einen%20ander
 en%20Besitzer%20beurkundet%20wird%2C%20ergibt%20sich%2C%20dass%20das%20Do
 rf%20%C3%A4lter%20als%20675%20Jahre%20sein%20muss.%20Wann%20es%20tats%C3%
 A4chlich%20gegr%C3%BCndet%20wurde%20ist%20jedoch%20unbekannt.%20Es%20gibt
 %20indes%20Hinweise%2C%20dass%20dies%20bereits%20um%201200%20geschah.%20S
 o%20wird%20die%20Alte%20Pfarrkirche%20in%20der%20H%C3%B6nower%20Stra%C3%9
 Fe%20%28Foto%29%20auf%20die%20Zeit%20um%201250%20datiert.%20Da%20es%20abe
 r%20keine%20fr%C3%BChere%20Urkunde%20gibt%2C%20wird%20%E2%80%93%20wie%20a
 uch%20anderswo%20%C3%BCblich%20%E2%80%93%20am%20Jahrestag%20der%20Ersterw
 %C3%A4hnung%20der%20%E2%80%9EGr%C3%BCndungstag%E2%80%9C%20von%20Mahlsdorf
 %20begangen.%3Cbr%20%2F%3E%0AZu%20einer%20solchen%20Dorfgr%C3%BCndung%20b
 eauftragte%20der%20Landesherr%2C%20dem%20zun%C3%A4chst%20der%20gesamte%20
 Grund%20und%20Boden%20geh%C3%B6rte%2C%20einen%20sogenannten%20Lokator%2C%
 20der%20Bauern%20anwarb%20und%20die%20mit%20der%20Anlage%20des%20Dorfes%2
 0verbundenen%20Ma%C3%9Fnahmen%20leitete.%20Mahlsdorf%20wurde%20als%20Stra
 %C3%9Fendorf%20angelegt%2C%20bei%20dem%20sich%20die%20Geh%C3%B6fte%20n%C3
 %B6rdlich%20und%20s%C3%BCdlich%20der%20Stra%C3%9Fe%20von%20Berlin%20nach%
 20Frankfurt%2FOder%20entlang%20der%20heutigen%20H%C3%B6nower%20Stra%C3%9F
 e%20und%20des%20Hultschiner%20Damms%20aneinanderreihten.%3Cbr%20%2F%3E%0A
 %3Cbr%20%2F%3E%0ADie%20Neusiedler%20brachten%20als%20damals%20fortschritt
 liche%20Wirtschaftsform%20die%20Dreifelderwirtschaft%20mit.%20Die%20Feldm
 ark%20wurde%20in%20drei%20Teile%20geteilt%2C%20von%20denen%20im%20Wechsel
 %20eines%20mit%20Wintergetreide%20und%20eines%20mit%20Sommergetreide%20be
 stellt%20wurde%2C%20das%20dritte%20lag%20brach.%20Zudem%20wurde%20jedes%2
 0Feld%20in%20so%20viele%20Streifen%20geteilt%2C%20wie%20das%20Dorf%20Hufe
 n%20hatte.%20Eine%20Hufe%20umfasste%20abh%C3%A4ngig%20von%20der%20Bodenqu
 alit%C3%A4t%20etwa%20neun%20bis%2018%20Hektar.%20Da%20es%20keine%20Wege%2
 0zwischen%20den%20Hufen%20gab%2C%20mussten%20alle%20Felder%20zur%20selben
 %20Zeit%20mit%20der%20gleichen%20Ackerfrucht%20bestellt%20und%20gleichzei
 tig%20abgeerntet%20werden%20%28%E2%80%9EFlurzwang%E2%80%9C%29.%3Cbr%20%2F
 %3E%0AAu%C3%9Fer%20den%20Bauern%20gab%20es%20Koss%C3%A4ten%20im%20Dorf%2C
 %20die%20nur%20einen%20gr%C3%B6%C3%9Feren%20Hof%20besa%C3%9Fen%20und%20ke
 inen%20Anteil%20am%20Hufenland%20hatten.%20Hufenbauern%20und%20Koss%C3%A4
 ten%20mussten%20von%20ihren%20landwirtschaftlichen%20Ertr%C3%A4gen%20Abga
 ben%20leisten%20und%20Dienste%20f%C3%BCr%20den%20Dorfherrn%20verrichten.%
 20Aus%20der%20%E2%80%9EGr%C3%BCndungsurkunde%E2%80%9C%20von%201345%20erfa
 hren%20wir%20leider%20nichts%20%C3%BCber%20das%20Dorf%20selbst.%3Cbr%20%2
 F%3E%0A%3Cbr%20%2F%3E%0AEtwas%20mehr%20Auskunft%20gibt%20das%20Landbuch%2
 0Karls%20IV.%20aus%20dem%20Jahre%201375.%20Der%20Kaiser%2C%20dem%20die%20
 Mark%20Brandenburg%20seit%201373%20geh%C3%B6rte%2C%20lie%C3%9F%20dieses%2
 0Verzeichnis%20anfertigen%2C%20um%20sich%20einen%20%C3%9Cberblick%20%C3%B
 Cber%20seinen%20neuen%20Besitz%20zu%20verschaffen.%20Laut%20Landbuch%20ve
 rf%C3%BCgte%20Mahlsdorf%20%C3%BCber%2050%20Hufen%20Ackerland.%20Die%20Zah
 l%20der%20Bauern%20wird%20leider%20nicht%20mitgeteilt%2C%20es%20ist%20abe
 r%20die%20recht%20hohe%20Zahl%20von%2019%20Koss%C3%A4ten%20vermerkt.%20Mi
 tgeteilt%20wird%20auch%2C%20das%20im%20Dorf%20ein%20Gutshof%20bestand%2C%
 20der%20den%20neuen%20Dorfherren%20R%C3%BCdiger%20und%20Otto%20Falkenberg
 %20geh%C3%B6rte%20und%20f%C3%BCnf%20Hufen%20umfasste.%20Au%C3%9Ferdem%20b
 ezogen%20mehrere%20andere%20Personen%20Eink%C3%BCnfte%20aus%20Mahlsdorf.%
 20Auch%20ein%20Krug%20ist%20genannt%2C%20womit%20erstmals%20die%20Existen
 z%20eines%20Dorfgasthofes%20nachgewiesen%20ist.%3C%2Fp%3E":💢Die Geburt
 sstunde von Mahlsdorf\n\nVon Dr. Christa Hübner\n\nDer 25. Januar 2020 i
 st für die Geschichte Mahlsdorfs ein bedeutendes Datum. An diesem Tag j
 ährt sich zum 675. Male der Tag\, an dem der Ort das erste Mal urkundlic
 h erwähnt wurde. Mit dieser Urkunde\, die sich heute im Geheimen Staatsa
 rchiv Preussischer Kulturbesitz in Dahlem befindet\, bestätigte der dama
 lige brandenburgische Markgraf Ludwig\, genannt der Ältere\, den Verkauf
  von „Malterstorp“ durch den Ritter Tyle Rütheling an Otto von Kethe
 litz. Die Ortsbezeichnung leitet sich wahrscheinlich von dem mittelnieder
 deutschen Personennamen „Malter“ her\, auch wurde ein Getreidemaß al
 s „malter“ bezeichnet. Schon allein aus der Tatsache\, dass in dem Do
 kument der Verkauf von Mahlsdorf von einem an einen anderen Besitzer beur
 kundet wird\, ergibt sich\, dass das Dorf älter als 675 Jahre sein muss.
  Wann es tatsächlich gegründet wurde ist jedoch unbekannt. Es gibt inde
 s Hinweise\, dass dies bereits um 1200 geschah. So wird die Alte Pfarrkir
 che in der Hönower Straße (Foto) auf die Zeit um 1250 datiert. Da es ab
 er keine frühere Urkunde gibt\, wird – wie auch anderswo üblich – a
 m Jahrestag der Ersterwähnung der „Gründungstag“ von Mahlsdorf bega
 ngen.\n\nZu einer solchen Dorfgründung beauftragte der Landesherr\, dem 
 zunächst der gesamte Grund und Boden gehörte\, einen sogenannten Lokato
 r\, der Bauern anwarb und die mit der Anlage des Dorfes verbundenen Maßn
 ahmen leitete. Mahlsdorf wurde als Straßendorf angelegt\, bei dem sich d
 ie Gehöfte nördlich und südlich der Straße von Berlin nach Frankfurt/
 Oder entlang der heutigen Hönower Straße und des Hultschiner Damms anei
 nanderreihten.\n\nDie Neusiedler brachten als damals fortschrittliche Wir
 tschaftsform die Dreifelderwirtschaft mit. Die Feldmark wurde in drei Tei
 le geteilt\, von denen im Wechsel eines mit Wintergetreide und eines mit 
 Sommergetreide bestellt wurde\, das dritte lag brach. Zudem wurde jedes F
 eld in so viele Streifen geteilt\, wie das Dorf Hufen hatte. Eine Hufe um
 fasste abhängig von der Bodenqualität etwa neun bis 18 Hektar. Da es ke
 ine Wege zwischen den Hufen gab\, mussten alle Felder zur selben Zeit mit
  der gleichen Ackerfrucht bestellt und gleichzeitig abgeerntet werden (
 „Flurzwang“).\n\nAußer den Bauern gab es Kossäten im Dorf\, die nur
  einen größeren Hof besaßen und keinen Anteil am Hufenland hatten. Huf
 enbauern und Kossäten mussten von ihren landwirtschaftlichen Erträgen A
 bgaben leisten und Dienste für den Dorfherrn verrichten. Aus der „Grü
 ndungsurkunde“ von 1345 erfahren wir leider nichts über das Dorf selbs
 t.\n\nEtwas mehr Auskunft gibt das Landbuch Karls IV. aus dem Jahre 1375.
  Der Kaiser\, dem die Mark Brandenburg seit 1373 gehörte\, ließ dieses 
 Verzeichnis anfertigen\, um sich einen Überblick über seinen neuen Besi
 tz zu verschaffen. Laut Landbuch verfügte Mahlsdorf über 50 Hufen Acker
 land. Die Zahl der Bauern wird leider nicht mitgeteilt\, es ist aber die 
 recht hohe Zahl von 19 Kossäten vermerkt. Mitgeteilt wird auch\, das im 
 Dorf ein Gutshof bestand\, der den neuen Dorfherren Rüdiger und Otto Fal
 kenberg gehörte und fünf Hufen umfasste. Außerdem bezogen mehrere ande
 re Personen Einkünfte aus Mahlsdorf. Auch ein Krug ist genannt\, womit e
 rstmals die Existenz eines Dorfgasthofes nachgewiesen ist.
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